Intarsienstricken und Farbflächen: Farben sauber wechseln

So gelingen klare Farbflächen beim Stricken

Intarsienstricken ist die Technik für klare Farbflächen: ein Herz auf dem Pullover, geometrische Formen, Buchstaben, große Motive oder grafische Muster. Anders als beim Jacquardstricken führst du die Farben nicht über die ganze Rückseite mit, sondern arbeitest jeden Farbbereich mit einem eigenen Faden.

Das klingt aufwendiger, sorgt aber für ein ruhigeres Ergebnis, wenn die Farbflächen größer sind. Du vermeidest lange Spannfäden auf der Rückseite und das Strickstück bleibt beweglicher.

Intarsie oder Jacquard?

Bei Intarsien entstehen abgegrenzte Farbflächen. Jeder Bereich bekommt seinen eigenen Faden oder ein kleines Knäuel. Bei Jacquard oder Fair Isle laufen mehrere Farben über eine Reihe mit, auch wenn sie gerade nicht gestrickt werden. Das ist ideal für kleine, wiederholte Muster.

  • Intarsie: große Motive, klare Flächen, wenige Farbwechsel pro Reihe.
  • Jacquard: kleine Muster, Bordüren, wiederholte Motive.
  • Streifen: einfache Farbwechsel über ganze Reihen oder Runden.

Der wichtigste Handgriff: Fäden verschränken

Wenn du an einer Farbgrenze einfach den neuen Faden nimmst, entsteht ein Loch. Deshalb verschränkst du die Fäden auf der Rückseite: Der neue Faden wird unter oder über den alten gelegt, bevor du weiterstrickst. Dadurch hängen die Farbflächen zusammen.

Prüfe nach den ersten Reihen die Rückseite. Die Fäden sollen verbunden sein, aber nicht ziehen. Wenn die Grenze wellig wird, ist die Spannung zu fest. Wenn Löcher entstehen, wurden die Fäden nicht richtig verschränkt.

Garnschmetterlinge und kleine Knäuel

Für Intarsien brauchst du oft mehrere kleine Garnportionen. Du kannst Garnschmetterlinge wickeln, kleine Bobbins nutzen oder Mini-Knäuel vorbereiten. Wichtig ist, dass du sie leicht entwirren kannst und nicht ständig ein großes Knäuel durch das ganze Projekt ziehen musst.

Fadenspannung im Blick behalten

Eine gleichmäßige Spannung ist bei Intarsien entscheidend. Ziehst du zu fest, verzieht sich das Motiv. Bist du zu locker, wirken die Farbgrenzen unruhig. Lege das Strickstück regelmäßig flach hin und zupfe es leicht in Form. So siehst du früh, ob die Spannung stimmt.

Intarsien in Runden?

Intarsien werden klassisch flach gestrickt, weil die Fäden am Ende einer Farbfläche auf der Rückseite bleiben. In Runden ist das schwieriger. Es gibt Techniken dafür, aber für den Anfang sind flache Projekte deutlich freundlicher. Wenn du ein rund gestricktes Kleidungsstück mit großem Motiv planst, kann eine Konstruktion mit späterem Zusammennähen sinnvoll sein.

Maschenprobe mit Motiv

Eine normale Maschenprobe zeigt dir nur begrenzt, wie dein Intarsienmotiv wirkt. Stricke lieber ein kleines Motivstück: mit Farbwechsel, Kanten und dem Garn, das du wirklich verwenden möchtest. So siehst du, ob die Farben genug Kontrast haben und ob die Fadenspannung passt.

Häufige Fehler

  • Löcher an Farbwechseln: Fäden konsequent verschränken.
  • Verzogene Motive: Fadenspannung lockern.
  • Verhedderte Knäuel: kleinere Garnportionen verwenden.
  • Zu wenig Kontrast: Farben vorab nebeneinander und im Maschenbild testen.

Unser Wollke-Tipp

Starte mit einem kleinen zweifarbigen Motiv, bevor du dich an einen großen Pullover wagst. Intarsien leben von Ruhe, Wiederholung und einem guten Überblick über die Fäden. Nach ein paar Reihen wird aus dem vermeintlichen Fadenchaos ein sehr schönes System.

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