Maschen abketten: Der saubere Abschluss für dein Strickstück

Maschen abketten: Damit dein Strickstück ein gutes Ende nimmt

Es gibt diesen einen Moment, in dem aus einem Gestrick auf Nadeln ein fertiges Stück wird: das Abketten. Die letzte Reihe wird dabei so gesichert, dass sich nichts mehr aufribbeln kann. Und so kurz dieser Schritt ist, er entscheidet mit darüber, wie dein Werk am Ende fällt, sitzt und sich anzieht.

Das klassische Abketten Schritt für Schritt

  • Stricke die ersten beiden Maschen rechts.
  • Stich mit der linken Nadel in die erste der beiden Maschen auf der rechten Nadel, heb sie über die zweite und lass sie von der Nadel gleiten. Auf der rechten Nadel liegt jetzt wieder nur eine Masche.
  • Stricke die nächste Masche und heb wieder die vordere über. So geht es weiter: eine stricken, eine drüberziehen.
  • Wenn nur noch eine Masche übrig ist, schneide den Faden mit etwa 15 Zentimetern Rest ab, zieh ihn durch die letzte Masche und zieh sanft fest.

Der Rhythmus ist meditativ, fast schon feierlich. Immerhin verabschiedest du dich gerade von einem Projekt.

Abketten im Muster

In Bündchen und Strukturmustern kettest du die Maschen so ab, wie sie erscheinen: rechte Maschen rechts, linke Maschen links. Der Faden wandert dabei jeweils vor oder hinter die Arbeit, wie beim normalen Stricken auch. Die Kante fügt sich so viel schöner ins Muster und bleibt spürbar dehnbarer, als wenn du stur alles rechts abkettest.

Das häufigste Problem: zu fest

Fast niemand kettet zu locker ab, aber gefühlt alle zu fest. Eine zu straffe Abkettkante zieht sich zusammen wie ein beleidigter Mund, und beim Halsausschnitt merkst du es spätestens beim ersten Anziehen. Drei einfache Gegenmittel:

  • Kette mit einer Nadel ab, die eine halbe bis ganze Stärke dicker ist.
  • Zieh den Faden nach jeder Masche bewusst nicht fest, die Kante darf locker wirken.
  • Für maximale Dehnbarkeit: Leg vor jeder abzukettenden Masche einen Umschlag auf die Nadel und heb ihn zusammen mit der vorherigen Masche über. Die zusätzlichen Fadenreserven machen die Kante deutlich elastischer, ideal für Tücher und Toe-up-Socken.

Woran du eine gute Abkettkante erkennst

Dehn die fertige Kante vorsichtig: Sie sollte sich mindestens so weit ziehen lassen wie das Gestrick darunter und danach wieder in Form zurückspringen. Bei einem Halsausschnitt lohnt der Praxistest vor dem Vernähen der Fäden: Passt der Kopf durch, ohne dass es knirscht? Falls nicht, ist jetzt der richtige Moment, die Kante noch einmal zu öffnen, nicht nach dem Vernähen.

Wann sich Alternativen lohnen

Für Kanten, die richtig dehnbar sein müssen, etwa Sockenbündchen oder Tuchkanten, gibt es elastische Abkettmethoden. Besonders schön für Bündchen im Rippenmuster ist das italienische Abketten mit der Wollnadel, das eine rund abschließende, sehr dehnbare Kante ergibt. Wir stellen es im Beitrag zum italienischen Maschenanschlag und Abketten genauer vor.

Nach dem Abketten: Fäden vernähen

Der Anfangs- und der Endfaden werden mit einer stumpfen Wollnadel auf der Rückseite im Gestrick versenkt, am schönsten diagonal oder entlang einer Musterlinie über mehrere Maschen. Nicht einfach abschneiden und hoffen: Gerade glatte Garne arbeiten sich sonst mit der Zeit heraus. Erst nach dem Vernähen und Spannen ist ein Strickstück wirklich fertig.

Unser Wollke-Tipp

Bevor du ein großes Projekt abkettest, teste die Methode an deiner Maschenprobe. Dann siehst du sofort, ob die Kante zu deinem Projekt passt, und musst nicht am fertigen Stück experimentieren. Passende Projekte für jede Stufe findest du bei unseren Anleitungen.

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