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Home | Von der Wolle | Aufribbeln ohne Drama. Welche Garne eine zweite Chance vertragen
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In diesem Ratgeber erfährst du, welche Garne sich gut aufribbeln lassen, bei welchen Qualitäten Vorsicht gefragt ist und wie du dabei am besten vorgehst. Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie aus einem fertigen Strickstück wieder verwendbares Garn wird, wie du gekräuselte Fäden aufbereitest und was du tun kannst, wenn die zurückgewonnene Garnmenge für dein nächstes Projekt nicht ganz ausreicht.
Stelle dir diese drei Fragen. Sie genügen meistens für die Entscheidung.
Kurz gesagt: Strickstück ungeliebt, Garn geliebt? Dann zurück auf Los.
Nicht nur die Faser entscheidet. Garnkonstruktion, Flausch, Drehung, Strickdichte und Zustand des Stücks spielen ebenfalls eine Rolle.
| GARN | EIGNUNG | DARAUF ACHTEN |
|---|---|---|
| Glatte Wolle / Merino | meist sehr gut | Verfilzte oder stark abgeriebene Stellen aussortieren. |
| Baumwolle | meist gut | Wenig Elastizität; locker gesponnene Garne können sich teilen. |
| Leinen | meist gut | Kaum elastisch; Knicke später entspannen lassen. |
| Cashmere | mit Gefühl | Glatte Qualitäten sind leichter als sehr flauschige oder stark getragene. |
| Alpaka | gut bis mittel | Glatte Garne sind leichter; gebürstete Varianten zuerst testen. |
| Bouclé / Effektgarne | mit Geduld | Schlaufen, Noppen oder Pailletten können hängen bleiben. |
| Mohair / Silk Kid | schwierig | Härchen verhaken sich. Nicht mit Kraft arbeiten. |
| Verfilztes Gestrick | kaum bis gar nicht | Sind Fasern miteinander verfilzt, lassen sich Maschen nicht mehr sauber lösen. |
Kurz gesagt: Ribbelt zuerst nur 10–20 Maschen auf. Löst sich das Garn leicht, könnt ihr weitermachen. Hakt es, arbeitet langsamer. Müsst ihr ziehen oder reißen Fasern, stoppt lieber.
Noch ein Tipp: Merino plus Mohair lässt sich häufig besser gemeinsam aufribbeln und auch gemeinsam wieder aufwickeln. Beide Fäden beim Ribbeln sofort voneinander zu trennen, ist deutlich schwieriger. Bei zwei glatten Fäden klappt das Trennen oft besser. Auch hier: erst testen.
Jetzt einfach der Reihe nach:
Aufgeribbeltes Garn ist oft stark gekringelt und erinnert an Yum Yum Nudeln. Das ist normal: Der Faden erinnert sich an die Maschen.
Waschen? Bei wenigen frisch geribbelten Reihen meist unnötig. Bei einem fertigen oder getragenen Stück lohnt sich das Entspannen häufig – passend zur Pflegeempfehlung des Garns.
Maschenprobe? Ja, bitte neu machen. Aufbereitetes Garn kann sich anders verhalten, und vielleicht hat sich auch eure Stricktechnik verändert.
Beim Ribbeln bleibt ungefähr dieselbe Garnmenge erhalten, aber nicht zwingend jeder Meter. Vernähte Enden, Nähte oder beschädigte Partien kosten etwas. Dann darf gerne etwas Neues hinzukommen:
Kurz gesagt: Das zweite Leben braucht vielleicht etwas Gesellschaft. Schaut zuerst, was schon da ist. Und wenn Farbe, Menge oder Begleitgarn fehlen, findet ihr bei uns auf WOLLKE die Ergänzung für Runde zwei:
Ein Strickstück aufzuribbeln heißt nicht, dass die Arbeit umsonst war. Ihr habt gestrickt, ausprobiert und etwas gelernt. Und das Garn darf noch einmal von vorn anfangen. Diesmal mit mehr Erfahrung.
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